Crowd Testing: Softwaretests durch die Crowd rückt den Bugs zu Leibe

Software Bug


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Spätestens seit dem Erfolg der Online-Enzyklopädie Wikipedia ist das sogenannte Crowdsourcing in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangt: die Zusammenarbeit großer Personengruppen, die über das Internet koordiniert wird. Nicht nur im ehrenamtlichen, sondern auch im kommerziellen Bereich erfreut sich diese Art der Arbeitsteilung zunehmender Beliebtheit – die Firma, die dabei zwischen Auftraggebern und Dienstleistern vermittelt, sorgt gleichzeitig für die Qualitätskontrolle und stellt notwendige Ressourcen bereit.

Beispiel: Crowd Testing

Einer der Bereiche, in denen durch Crowdsourcing bemerkenswerte Ergebnisse erzielt werden können, ist das Testen von Software und Webseiten: Beispielsweise findet im Open-Source-Bereich schon seit Jahrzehnten eine Art von Crowd Testing statt. Die Entwicklung des Betriebssystems Linux, der Bürosoftware OpenOffice oder des Apache-Webservers wären undenkbar, wenn nicht zahlreiche Benutzer von den Fehlern berichten würden, die sich bei der täglichen Arbeit mit diesen Produkten ergeben.

Kommerzielle Softwareentwickler können sich jedoch nicht auf solche freiwilligen Tests verlassen: Häufig vergeht einfach zu viel Zeit, bevor ein Bug gemeldet wird. Wesentlich schneller geht es daher voran, wenn das Crowd Testing von einem darauf spezialisierten Unternehmen gesteuert wird. In diesem Fall werden die Tester für ihre Fehlerberichte bezahlt, sodass ein finanzieller Anreiz entsteht, möglichst schnell möglichst viele Bugs zu finden.

Einige Unternehmen zählen in Deutschland zu den ersten Anbietern von Crowd Testing. Weitere Infos dazu hier.

Wann ist Crowd Testing sinnvoll?

Manchmal ist es wichtig, dass ein Produkt in möglichst realistischen Szenarios und von möglichst unvoreingenommenen Personen getestet wird. Beim Crowd-Testing unterscheiden sich die Benutzer in ihrem Alter, ihrem Bildungsgrad und ihren allgemeinen Computerkenntnissen, gehen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit ins Internet und verwenden ein breites Spektrum an Hardware: Durch diese Vielfalt an Testbedingungen können häufig Fehler aufgedeckt werden, die anderenfalls erst nach der Veröffentlichung des Produkts bekannt geworden wären – nachdem womöglich bereits ein Image- oder ein finanzieller Schaden entstanden ist. Auch beim Test von Benutzeroberflächen fallen Mängel oft gerade solchen Personen auf, die mit dem Produkt noch nicht vertraut sind. Je nachdem, wie komplex die zu testende Software ist und wie ihre Zielgruppe aussieht, kann das Crowd-Testing eine Ergänzung zu den herkömmlichen Tests darstellen oder sie sogar vollständig ersetzen.

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