Marktplatz für Crowdsourcing-Projekte in der Software-Entwicklung

logo

Es sind die großen Unternehmen in Deutschland, die sich eine eigene Abteilung für die Entwicklung von IT-Projekten leisten können. Doch selbst dort herrscht Fachkräftemangel. KMU hingegen bleiben auf sich allein gestellt oder kaufen Software teuer ein. Viel zu teuer meint Jörg Stimmer, Mitbegründer der in München ansässigen pliXos GmbH.

Stimmer weiß, wovon er spricht. Während er in seiner Laufbahn als IT-Experte die halbe Welt bereiste, lernte er auch Softwareentwickler in vielen Ländern kennen. Ihm fiel auf, dass die Stundensätze für die Programmierung einer individuell entwickelten Software mancherorts deutlich unter denen in Deutschland liegen. So muss hierzulande mit einem Stundensatz von rund 800,- Euro gerechnet werden, wohingegen eine Softwareschmiede in Russland nur mit etwa 160,- Euro pro Stunde zu Buche schlägt. Die Resultate stehen sich in der Qualität jedoch um nichts nach. Stimmer kann in einem anderen Punkt ebenfalls Vergleiche ziehen: Aus der eigenen Gründungsgeschichte von pliXos weiß er, dass einige Projekte an einer viel zu langen Entwicklungsdauer kranken. In der Folge explodieren die Kosten. Manche gute Idee ist so schon auf der Strecke geblieben. Hier kann Stimmer mit seiner Crowdsourcing-Idee eingreifen. Verkürzte Projektlaufzeiten um bis zu 60 Prozent stellt er seinen Kunden in Aussicht.

Die Idee hinter Stimmers Unternehmen ist so einfach wie genial: Über seine Plattform „PliXos Marketplace“ ermöglicht er Unternehmen die Kontaktaufnahme mit Software-Entwicklungsdienstleistern weltweit. Im Fokus stehen Länder wie Russland, die Ukraine oder auch Indien. Um den hohen Wert der angebotenen Dienstleistungen zu gewährleisten, nimmt Stimmer nur solche Services in den Katalog auf, die gründlich überprüft wurden und in der Lage sind, Qualität zu liefern. Nur wer einen seriösen Eindruck hinterlässt, darf im Anschluss Kontakt zu den ausschreibenden Unternehmen aufnehmen. 150 Anbietern ist das inzwischen gelungen.

Sucht ein Unternehmen nach Unterstützung in einem Software-Projekt sammelt es die Kriterien in einer Auftragsbeschreibung. Wesentliche Angaben bestehen aus der Projektbeschreibung und dem geplanten Umfang sowie dem Einsatzgebiet der Anwendung. Dies können betriebswirtschaftliche Programme sein oder eine App für den mobilen Markt. Insofern sie vorliegen, dürfen technische Details und firmeneigene Dokumente einfließen. Im Anschluss veröffentlicht das Unternehmen die Ausschreibung. Auf Wunsch ausschließlich für einen differenziert ausgewählten Dienstleister-Kreis. Unter einer eigens eingerichteten Kunden-Website informiert sich der Abnehmer dann über den Fortgang.

Bei pliXos legt man Wert auf Qualität und Kundenzufriedenheit. So findet nach einem erfolgreichen Abschluss eine Befragung der beauftragenden Unternehmen statt. Abgefragt werden die Gründe, die zu der Entscheidung führten sowie die Zufriedenheit mit den gelieferten Ergebnissen. In Kooperation mit der Universität Bamberg entwickelt Stimmer derzeit den »Outsourcing Relationship Tracker« und arbeitet mit weiteren Hochschulen und Wissenschaftlern eng zusammen.

Veröffentlicht in Crowdsourcing, Softwareentwicklung Getagged mit: